FNR-Rektor geht in Rente
: „Vive le directeur“
Castrop-Rauxel,
13.07.2010, Susanne Schild
Castrop-Rauxel. Mit einem weinenden und einem
lachenden Auge verabschiedete sich Günther Lindner: Nach 39
Jahren als Lehrer und 25 Jahren als Rektor der
Fridtjof-Nansen-Realschule geht der 64-Jährige in Pension.
Der Schulchor sang von wilden Cowboys und der Lehrerchor „Vive
le directeur“, ganz vorn im Forum der Realschule saß das
Ehepaar Lindner und war gerührt. Mit einer Feier wurde der Mann
verabschiedet, der entscheidend das Gesicht der Realschule an
der Lange Straße geprägt hatte.
Der gebürtige Schweinfurter Günther Lindner übernahm 1988
die Leitung der „Schule in einer schwierigen Zeit“, so Bürgermeister
(und ebenfalls Lehrer) Johannes Beisenherz in seiner Laudatio.
Vorab hatte er Erfahrungen an Realschulen in Bottrop, Herten und
Recklinghausen gesammelt. Lindner baut die Habinghorster
Lehranstalt zu einer der größten Realschulen in NRW aus;
zeitweise lief die Schule achtzügig mit über 1000 Schülern.
Lindner war es auch, der die Gründung einer zweiten Realschule,
die Johannes Rau-Realschule begleitete. 2005 wechselten jeweils
zwei Klassen mit ihren Lehrern von Habinghorst an die Kleine Lönsstraße.
Auch die Erweiterung und die Sanierung des „Stammhauses“ an
der Lange Straße forcierte er: Neu gebaut wurden das Forum,
Lehrerräume, eine Bibliothek und Mediathek. Beisenherz: „Sie
haben sich in besonderer Weise um das Schulsystem in
Castrop-Rauxel verdient gemacht.“
Alfred Josefs von der Bezirksregierung stellte besonders die
„menschlichen Qualifikationen“ Lindners heraus: „Sie haben
deutlich weniger verdient, als sie verdient haben.“
Lindner selbst waren Jubel und Geschenke fast schon zu viel.
Präsente gab’s von Kollegen und Politikern. Die Damen aus der
Putzkolonne schenkten eine Schultüte mit Süßigkeiten und
einem Tankgutschein drin. „Damit er viel verreisen kann“,
erklärt Maritta Scholz, die seit 34 Jahren die Schule putzt.
War der Herr Lindner denn ein guter Chef? „Ja“, da nicken
die Raumpflegerinnen energisch.
Energie muss Lindner selbst nun erst einmal tanken. „Ruhe
haben, Abstand gewinnen“, das wünsche er sich für die nächsten
Tage. Und mehr Zeit für seine Hobbys: Lesen, Sport, Computer.
In den Urlaub fährt er übrigens zum ersten mal nicht in dem
Sommerferien. „Unsere Ferien beginnen ganz bewusst am ersten
Schultag.“
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