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Letzte
Aktualisierung: 27. Juni 2009
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| Berufswahl
und Lebensplanung für Jungen und Mädchen |
Aktuelle Beobachtungen
zeigen, dass inzwischen mehr als ¾ aller Schuler/innen, die die Realschule nach der 10. Klasse verlassen, nicht in einen Ausbildungsberuf gehen, sondern weiter die Schule besuchen, um zusätzliche
Abschlüsse zu erwerben. Die Gründe für ihre Entscheidung, weiter die Schule zu besuchen, sind häufig Unsicherheit bezüglich eines Ausbildungsplatzes, aber auch fehlende Klarheit über die beruflichen
Wünsche und Perspektiven der Schüler/innen. Bei den Schüler/innen und Schülern, die in eine berufliche Ausbildung gehen, ist festzustellen, dass sie, wie so viele andere auch, meist nur die Berufe anstreben, die ihnen bekannt sind und die zu den Top 10-15 auf der Hitliste der
Berufswünsche stehen.
Was etlichen Schülerinnen und Schülern auch in der 10. Klasse noch fehlt, ist u.a. ein ,,Selbstbewusstsein" in dem Sinne, dass sie sich umfassend ihrer persönlichen
Stärken und Schwächen bewusst sind und aus diesem Bewusstsein heraus ihre Berufswahl und Lebensplanung reflektieren und aktiv in Angriff nehmen können.
Des Weiteren ist zu beobachten, dass die Mädchen trotz besserer schulischer Leistungen nach wie vor traditionelle Frauenberufe anstreben, die in der Regel auch schlechter bezahlt werden als typische Männerberufe.
Unter Berücksichtigung dieser Ausgangssituation muss eine Berufswahlorientierung und Lebensplanung für Jungen und
Mädchen in der Realschule das Ziel verfolgen, sie von der 5. Klasse an in der Entwicklung ihrer Persönlichkeit zu fordern, ihr Selbstbewusstsein in dem oben aufgezeigten Sinne zu entwickeln und sie in ihrer Berufswahl zu unterstützen im Sinne von Chancengleichheit von Frau und Mann in Familie und Beruf. Durch den Erwerb berufsbezogener Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten sollen sie auf eine begründete Berufswahl vorbereitet werden. Die geschlechtsspezifischen Aspekte der Ausbildungsplatz- und Arbeitsmarktsituation sowie die spätere Rollenverteilung in der Familie müssen dabei angemessen berücksichtigt werden. Es kann dabei durchaus sinnvoll sein, Jungen und
Mädchen phasenweise und / oder fächerweise getrennt zu unterrichten, um den jungen- oder
mädchenspezifischen Anliegen und Besonderheiten gerecht zu werden.
Mit dieser Zielsetzung sind in der Fridtjof-Nansen-Realschule folgende Angebote verknüpft:
Klasse 5: Lions Quest ,,Erwachsen werden" (Programm zur Stärkung und Entwicklung der Persönlichkeit) - wöchentlich eine Unterrichtsstunde
Lernen lernen: Ein gesondertes Programm zur Förderung methodischer Kompetenzen der
Schüler/innen - wöchentlich eine Unterrichtsstunde
Klasse 5-10: Methodentraining (6 Projekttage zu je 3 Unterrichtsstunden je
Schuljahr; Inhaltsbereiche: Lerntechniken, Gruppenarbeit, Kommunikation, Präsentation, Textarbeit)
Thematisierung der Berufswahlorientierung und Lebensplanung im Unterricht verschiedener Fächer
(siehe Schulprogramm)
Klasse 6: Fortsetzung von Lions Quest und Lernen lernen, jeweils für ein Schulhalbjahr
Sexualerziehung: Schwerpunktmäßig werden die Themen Beziehungen und Sexualität, Geschlechterrollen, Familie und andere Formen des Zusammenlebens, Körper und Sexualität behandelt.
Klasse 7-10: Girls' Day - Teilnahme der Mädchen an der bundesweiten Aktion zur Erkundung von Berufen in technischen Unternehmen oder in Betrieben mit naturwissenschaftlicher Abteilung
Mädchen sollen ermutigt werden, Berufe außerhalb des engen Spektrums frauentypischer Berufe kennen zu lernen. Für die Jungen soll an diesem Tag ein Alternativprogramm angeboten werden.
Klasse 7: Betriebserkundung mit Sicherheitstraining beim Partnerunternehmen
Rütgers Chemicals in Castrop-Rauxel
Klasse 8: Schnuppertag für die Mädchen bei Rütgers Chemicals, die Jungen
nehmen an diesem Tag an einem schulinternen Seminar teil.
Kennen
lernen bzw. Erarbeiten der Kriterien für eine bewusste Wahl von
Praktikumsstellen
Sexualerziehung: Aufgreifen der Themen aus Klasse 6; Erweiterung um die Themen Menstruation, Verhütung und Aids
Klasse 8 - 10: Teilnahme am Projekt "Zukunft fördern - vertiefte
Berufsorientierung gestalten"
Einführung
des Berufswahlpasses
Ausbildung von Schüler-Streit-Schlichtern
Mitarbeit von Schülern im Schulkiosk
Übernahme von Tutorentätigkeiten älterer Schüler für jüngere Schüler und Hausaufgabenbetreuung
Klasse 9 und 10: Arbeitsgemeinschaften im Wahlpflichtbereich:
Soziales Engagement
Teilnahme am Forum Ausbildung in der Schule
Betriebserkundungen
Gemeinsame Aktivitäten mit Partnerunternehmen (z.B. im
Technik-Kurs oder im IF-Kurs)
(Durchführung von Assessmentcentern)
Kooperation mit externen Bildungsträgern, wie z.B. "Zukunft fördern"
Besuch der DASA in Dortmund
Klasse 9: Schwerpunkt der Berufswahlvorbereitung in den Fächern Deutsch und Politik (Bewerbung, Lebenslauf) Bewerbungstraining bei der AOK oder DEBEKA (eintägig), Training von Vorstellungsgesprächen, Ermittlung von
Stärken und Schwächen, Besuch im Berufsinformationszentrum Recklinghausen, Beratungsangebote durch die Berufsberaterin, Bearbeitung der
Materialien der Bundesagentur, Projekttage (dreitägig) zu Sozialkompetenzen und zur Berufswahlvorbereitung mit externen Trainern)
Dreiwöchiges Schülerbetriebspraktikum zum Ende des 1. Schulhalbjahres
Erstellung von Praktikumsberichten; Auswertung des Praktikums
Prämierung der besten Praktikumsmappen
Klasse 10: Informationsveranstaltung der weiterführenden Schulen über die jeweiligen Bildungsgänge
Kommunikationstraining (eintägig)
Erfahrungsaustausch mit Auszubildenden aus den Partnerunternehmen
Sexualerziehung: Sexuelle Orientierung, Schwangerschaft, Kinderlosigkeit
Siehe
auch die ausführliche Darstellung dieses
Bereichs
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