1860


Home Nach oben 1860 1861 Berlin Bonn 1858/59

Leider kam es nach dem Tode des Großvaters nicht zu einer Auseinandersetzung des Vermögens zwischen den Geschwistern, Onkel behielt die Fabrik und das väterliche Vermögen in der Hand und übernahm es, für Mutter zu sorgen. Mutter aber hat die Größe ihres Vermögensanteils wohl sehr überschätzt und hat mehr verbraucht, als ihr eigentlich zukam. Sie war nicht zum Sparen veranlagt und hatte eine noble Art aufzutreten. Dadurch aber war sie stets in Geldsorgen, wenn sie weit über ihre Verhältnisse brauchte, kamen Ermahnungen ihres Bruders, sich einzuschränken. Sie war dadurch immer wieder in Geldverlegenheiten, wen sie sich scheute, Geld kommen zu lassen. Doch haben diese leidigen Verhältnisse, die wir Söhne damals nicht durchschauen konnten, Mutters Beziehung zu ihrem Bruder nie ernstlich gelöst. Er war zuletzt immer wieder hilfsbereit, was Mutter leider immer wieder als ihr gutes Recht ansah, und wir waren ihm und Tante immer wieder in Eupen willkommen. Erst nach Onkels Tode im Jahre 1880 kam es zu einer Vermögensauseinandersetzung, worüber ich später berichten werde. 

Im Oktober 1860 reiste Mutter mit cand. Zander nach Gütersloh, um dort die Verhältnisse kennenzulernen und eine Wohnung zu mieten. Auf der Rückreise blieb sie dann noch in Elberfeld bei Frau Newiandt und in Bonn bei Onkel Monard. 

Herr Zander war von Gütersloh direkt nach Eupen zurückgereist. Während der Abwesenheit von Mutter machten wir mit cand. Zander eine Tour nach Altenberg oder Preuss. Moresnet. Das ist der berühmte neutrale Ort zwischen Preußen und Belgien. Dort war eine befreundete Familie Tobler (Bergwerksangestellter) und der Pastor Hossbach, ein junger Geistlicher mit seiner alten würdigen Mutter. Dort begegnete uns zum ersten Mal im Leben Biersuppe, die damals großen Kampf und viel Tränen kostete, mir später aber lieb wurde. Der Pastor Hossbach wurde später ein berühmter Mann. Der Fall Hossbach hat wohl in den 70-er Jahren die kirchlichen Kreise sehr erregt. Die Stadt Berlin hatte den extrem liberalen Pastor Hossbach, der in dem Apostolicumstreit sich hervorgetan hatte, zum Pastor in Berlin gewählt. Der alte Kaiser Wilhelm sah das aber als persönlichen Angriff auf sich an und verhinderte seine Bestätigung. Dann aber kam Pastor Hossbach - ich weiß nicht mehr wie - doch nach Berlin.

Home Nach oben 1860 1861 Berlin Bonn 1858/59

 


Wegen des enormen Spamaufkommens ist die Email-Adresse ab sofort nur noch mit eingeschaltetem JavaScript sichtbar:

© Dr. Andreas Furbach,

Letzte Änderung 17.04.04