Laufräder

Hamster benötigen Laufräder. Dies dürfte mittlerweile unumstritten sein. Es gibt Studien, die belegen, daß Hamster mit Laufrädern in ihrer Behausung stressfreier leben.

Auch die immer wieder aufgeführte "Laufradsucht" ist mir noch nicht begegnet.

Oftmals wir mit "Laufradsucht" verwechselt, was eigentlich ein ganz normales Hamsterverhalten ist.
Hierzu ein paar Bemerkungen:

1. Hamster laufen pro Nacht mehrere Kilometer. Sie tun das in ihrer Heimat, um in den kargen Gegenden Vorräte zu sammeln.
Und sie tun es auch in Gefangenschaft. Der Drang dazu ist keine Sucht, sondern normales angeborenes Verhalten.
Hamster legen in ihren Laufrädern pro Nacht oftmals 5 und mehr Kilometer zurück.
Wer also keinen 2 Kilometer großen Käfig anbieten kann, sollte im Sinne einer möglichst artgerechten Haltung ein gutes Laufrad anbieten.

2. Auch ein neu eingezogener Hamster, der extrem viel in dem Laufrad läuft, ist nicht süchtig.
Meine Beobachtungen zeigen, daß Hamster vermutlich aus zwei Gründen anfangs vermehrt laufen:


a) der Hamster läuft sich den Stress aus dem Körper

Wir Menschen kennen es auch - wenn wir aufgeregt sind, sind wir ruhelos. Wenn wir zuviel Adrenalin im Körper haben, ist es auch für den Menschen am gesündesten, einfach etwas joggen zu gehen. Das entspricht dem natürlichen Verhaltensmuster unserer Vorfahren. Und es entspricht dem Verhaltensmuster des Hamsters, zu laufen,  wenn er gestreßt ist.

b) der Hamster möchte fliehen

Der Hamster fühlt sich in der Situation nicht wohl, er möchte weglaufen.
Ich habe oft den Eindruck, daß Hamster, die noch nie Kontakt zu einem Laufrad hatten, im Rad laufen und dann aussteigen und schauen, wo sie nun angekommen sind. Erst mit der Zeit scheint ein Hamster zu lernen, daß er in dem Rad nicht von der Stelle kommt.


Und oftmals gibt es auch noch eine Erklärung c)
Wenn ein Hamster noch nie ein gutes Laufrad hatte, dann ist er so fasziniert, wenn er erstmals eines bekommt, daß er es nicht mehr verlassen möchte.
Nicht selten schläft ein Hamster, der ein gutes Laufrad erhält, erstmal im oder am Rad. Er "bewacht" es quasi.

Bo bewacht sein Laufrad




Was ist denn eigentlich ein "gutes Laufrad"?


Ein gutes Laufrad muß ausreichend groß sein.

Dies bedeutet, daß ein Laufrad für einen Mittelhamster (Gold- und Teddyhamster) mindestens einen Durchmesser von 25 cm haben sollte.

Für einen Zwerg reicht meist ein Durchmesser von 20 cm, für Robos evtl. auch 18 cm.

Wichtig ist, daß der Hamster mit geradem Rücken laufen kann.

Dies ist nämlich der Grund für die geforderte Mindestgröße: Hamster, die immer mit gebogenem Rücken laufen, bekommen Rückenprobleme und möglicherweise Schmerzen.
Wenn ein älteres Tier sein Rad nicht mehr benutzt, dann muß das nicht am Alter liegen. Es kann sein, daß ihm schlicht "das Kreuz schmerzt".

Folgende Fotos machen deutlich, wie ein Hamster nicht im Rad laufen sollte.

Bo im viel zu kleinen Rad     Bolino im kleinen Rad

Es dürfte klar sein, daß eine solche Haltung über Stunden nicht besonders rückenschonend ist.


(Anmerkung: Die Hamster haben beide artgerechte große Räder, die sie normalerweise auch benutzen)



Ein Laufrad sollte aber nicht nur groß genug sein, sondern auch sicher.

Dabei kommt es auf folgendes an:

1. Geschlossene Lauffläche

 Die Lauffläche muß geschlossen sein. Speichenlaufräder sind eine große Gefahr für Hamster. Sie erwischen die Speiche nicht, bleiben mit den Pfoten hängen und können schwerste Verletzungen davon tragen. Und Beinbrüche sind sehr schwer zu heilen (s. Krankheitenseite)

Durchtreten  



2. Rad OHNE Schereneffekt

Die Rückwand des Rades sollte idealerweise vollständig geschlossen sein.
Wichtig ist auch, daß an der Vorderseite keine Strebe entlang führt.
An einer normalen Strebe kann sich das Tier schon verletzen, weil Hamster dazu neigen, aus dem Rad zu springen, noch während es sich dreht, oder während der "Fahrt" den Kopf aus dem Rad zu stecken.

Kommt dann noch der sog. Schereneffekt hinzu, weil es noch einen festen Standfuß gibt, dann kann das leicht tötlich enden!

Da Bilder mehr als Worte aussagen, verdeutliche ich den Schereneffekt anhand der folgenden Fotos:

der gefaehrliche Schereneffekt






Ein gutes Laufrad kann z.B. so aussehen:



Kleiner Scherz ;-)

Pepe - der bis zu diesem Tage keine Laufräder mochte - hat sich hier selbst das Laufrad erfunden.


Okay, jetzt ernsthaft:



Dieses Laufrad ist hat einen Durchmesser von 27 cm, eine geschlossene Lauffläche und keine gefährlichen Streben an der Vorderseite.

Auch die oben gezeigten Holzlaufräder sind gut geeignet. Sie müssen nur die richtige Größe haben (es gibt sich aber tatsächlich auch in mittelhamstertauglicher Größe von 25 cm und 32 cm Durchmesser)


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